Professionelles Design und Conversion

By: tphh, 6 months

Ich hatte heute mal wieder eine Diskussion mit einem befreundeten, eher amateurhaften Webseitenbetreiber. Wir kamen mal wieder auf das Thema professionelles Design von Websites. Sein Standpunkt:

Ich glaube eigentlich generell, dass Layout und Ambiente völlig überbewertet werden. Das ist ja auch gerade das Erfolgsrezept von Aldi und Ikea. Nix Ambiente, sondern gute Preise und Produkte. Umgekehrt setzt sich jeder, der zuviel Drumherum bietet dem Verdacht aus, zu teuer zu sein und den Leuten Dinge aufschwatzen zu wollen. 

Ein Thema, über das ich mir schon länger Gedanken mache. Man muss sich ja nur MySpace-Profilseiten angucken. Alle Durchschnittsuser bauen dort gruselig hässliche Seiten und die anderen Durchschnittsuser scheinen diese nicht hässlich zu finden.

Ich würde wirklich gern mal rausfinden, welche Art von Design der Durchschnittsuser - ich weiß, den gibt's nicht - am besten findet. Will er vielleicht wirklich hässliche Seiten? Es gibt ja noch ein paar Beispiele, die dafür sprechen, vor allem Plentyoffish, aber es bleibt auch da wie immer die Frage offen, ob das Projekt trotz oder wegen des minimalistischen Designs erfolgreich ist.

Jedenfalls bleibt es eine, für meinen Geschmack ungeklärte, Frage auch hinsichtlich konkreter Marketingkampagnen. Hat zufällig mal jemand einen AB-Test gemacht und Conversion einer "hässlichen" und einer "schönen" Landingpage verglichen?

Comments (2)

  1. Felix
    Felix , 5 months

    Hallo Thomas,

    leider habe ich hierzu keine Zahlen oder Studien, also vermute ich einfach mal.

    Meiner Meinung nach wird spielen hier zwei Faktoren mit:

    - thematisches Umfeld der Seite
    - Zielgruppe


    Beispiel 1: Underground Noisecore-Bandseite auf Myspace

    - Zielgruppe ist jung
    - Seite muss authentisch wirken
    - Seriosität ist eher ein Nachteil

    Es wird kein Produkt verkauft, dass sonderlich viel Vertrauen voraussetzt, hier ist die Conversion vielleicht neben der Verweildauer oder Wiederkehr höchstens der Plattenkauf, Newsletter-Abo etc.


    Beispiel 2: Bankenseite mit Onlinebanking

    - Zielgruppe ist jeder Volljährige
    - Seite muss seriös wirken
    - Seite muss Sicherheit vermitteln

    Wenn eine Bankingseite schlecht programmiert wird, schwindet das Vertrauen. Sogar der 19-jährige Nachwuchs-Rocker wird bei dieser Bank wahrscheinlich kein Kunde werden wollen, da er Angst hat, dass hier nicht genug auf Sicherheit geachtet wird. Auch gibt man seiner Bank viel Vertrauensvorschuß, welches mit einem schlechten Design einer Landingpage ruinieren kann.

    Eine gute oder schlechte Landingpage liegt m.M. also immer im Auge der Zielgruppe.

     
  2. Christoph
    Christoph , edited 4 months

    Hatte zu diesem Thema schon viele Disskussionen mit Freunden, Kollegen und Kunden.

     

    Vor ein paar Jahren war ich noch überzeugter Designer und Grafiker - damals mussten die Programmierer auch öfters mal,für einen rational denkenden Menschen überflüssige Dinge umsetzten, bzw. blieben Dinge wie Usability auf der Strecke.

     

    Ich denke jedoch, dass das Verhältnis von Designfetischisten zu "normal"-sterblichen in etwa 1:9 liegen dürfte. Die Frage, durch welche Art von Website man nun die Masse erreicht, erübrigt sich.

     

    Ich kenne ehrlich gesagt kaum eine "allgemein bekannte" Seite, welche wirklich gut aussieht. Mit wirklich gut meine ich nicht, dass diese Seiten keinem ausgezeichnetem und der Zielgruppe entsprechendem CD folgen würden (mobile, wikipedia, usw.), doch designtechnische Rafinessen sind kaum vorhanden.

     

    Es liegt vermutlich daran, dass auf diese Seiten die Informationen, bzw. die Benutzerfreundlichkeit an erster Stelle steht und das Layout dazu dienen soll, dem Besucher oder Benutzer den Aufenhalt angenehmer zu gestalten.

     

    Wikipedia z.B. hat ein sehr konservatives, bis gar nicht wahrnehmbares Layout. Das rückt den Inhalt, welcher natürlich extrem wichtig ist, in den Vordergrund. Trotzdem wurden einige Richtlinien eingehalten, um nicht den Anschein einer mittelalterlichen Website zu erzeugen. Doch zu jung und dynamisch würde dem Inhalt seine Glaubwürdigkeit und Richtigkeit nehmen, mit welchem Umstand Wiki ja auch zu kämpfen hat.

     

    Das Design sollte meiner Meinung nach den Nutzen, die Information, oder die Verwendung der Website unterstützen.

     

    Sofern ich also nun eine Landing-Page für Klingeltöne habe, sollte ich wohl kaum auf das Layout von Wikipedia zurückgreifen, da die Zielgruppe eine andere Erwartung hat.

     

    Ich persönlich merke jedoch, dass die Zeiten von Flash und Co. mit dem ganzen gestalterischen SchnickSchnack eher der Vergangenheit angehören. Ein recht junges Publikum mit wenig Online-Erfahrung ist damit vielleicht noch zufrieden, oder hält sogar nach solchen Seiten ausschau, doch der Großteil ist es Leid, auf viele nützliche Sachen verzichten zu müssen und umständliche Navigationsstrukturen in Kauf zu nehmen, nur um ein grafisches Highlight zu erleben...

     

    Freue mich über Kritk und Anregungen, denn davon lebe ich - sofern mein Bild also falsch sein sollte, immer raus damit ;-)

     

    Grüße, Chris

     

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